(pd) An ihrer Generalversammlung vom 14. April im Restaurant Sonne in Etzgen hat die ProWiBa ein klares verkehrspolitisches Zeichen gesetzt. Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik nahmen teil und unterstrichen die Bedeutung des Vereins als Plattform für die Förderung einer leistungsfähigen Bahnverbindung zwischen Winterthur und Basel entlang des Hochrheins.
Präsident Andreas Meier eröffnete die Versammlung und führte souverän durch die Traktanden. Unterstützt wurde er von den beiden Vizepräsidenten Christoph Riner und Beat Edelmann. Sämtliche Geschäfte wurden einstimmig genehmigt. Im Jahresrückblick betonte der Vorstand insbesondere die Bedeutung einer engen regionalen Vernetzung sowie das kontinuierliche Engagement für die Stärkung des öffentlichen Verkehrs entlang der Hochrheinachse.
Bahnpolitik im Wandel
Inhaltlich stand die aktuelle Entwicklung der nationalen Verkehrspolitik im Zentrum. In Bundesbern wird derzeit intensiv über die Zukunft der Bahn diskutiert. Fragen zur langfristigen Finanzierung über 2030 hinaus, zur Stärkung des Güterverkehrs sowie zur strategischen Ausrichtung des Schienenverkehrs prägen die Agenda.
Der politische Wille zum Ausbau der Bahn ist erkennbar. Für die ProWiBa ist dabei klar, wo die Prioritäten liegen: Im Zentrum steht die Wiedereinführung der Direktverbindung zwischen Winterthur und Basel entlang des Hochrheins. Dieses Anliegen entspricht aus Sicht des Vereins nicht nur der strategischen Stossrichtung des Bundes, sondern stellt einen konkreten und wirksamen Beitrag zur besseren Erschliessung der Region sowie zur Entlastung bestehender Verkehrsachsen dar.
Wachstum und Erschliessung zusammendenken
Mit Blick auf anstehende politische Entscheide und gesellschaftliche Diskussionen wurde auch die Frage des Bevölkerungswachstums thematisiert. Die damit verbundenen Spannungen – steigende Dichte, zunehmender Druck auf Infrastruktur und Lebensraum – sind in vielen Regionen spürbar. Einigkeit besteht darin, dass diese Herausforderungen real sind. Die ProWiBa setzt dabei auf einen klaren Ansatz: Nicht Begrenzung, sondern bessere Erschliessung.
Durch gezielte Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur könne die Schweiz «im übertragenen Sinn vergrössert» werden. Neue Direktverbindungen schaffen zusätzliche Räume, verbessern die Erreichbarkeit und tragen dazu bei, Wachstum sinnvoll zu lenken und bestehende Strukturen gezielt zu entlasten.
Breite Abstützung in Politik und Region
Die Bedeutung dieser Themen spiegelte sich auch in der Teilnahme hochrangiger politischer Vertreterinnen und Vertreter wider. Unter anderem nahmen Ständerätin Marianne Binder sowie Grossrätin Bea Bieber an der Generalversammlung teil.
Zudem waren zahlreiche Gemeinden aus der Region vertreten, darunter Laufenburg, Mettauertal, Siglistorf, Mellikon, Bad Zurzach, Leuggern und Gansingen. Auch die Präsenz der Bad Zurzach Tourismus AG verdeutlichte die enge Verbindung von Wirtschaft, Standortentwicklung und Tourismus.
Technologischer Fortschritt als Grundlage
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war das Referat von Christoph König, Sales Direktor Markt Schweiz und stellvertretender Leiter Marketing & Sales bei Stadler Rail. Er stellte den modernen Triebzug FLIRT vor und gab Einblicke in dessen Entwicklung, Einsatzbereiche und Bedeutung für den öffentlichen Verkehr in der Schweiz. Die Ausführungen zeigten, dass die technologische Entwicklung im Bahnbereich dynamisch voranschreitet – und dass leistungsfähige Infrastruktur eine zentrale Voraussetzung bleibt, um dieses Potenzial auszuschöpfen.
Vernetzung und Ausblick
Neben den statutarischen Geschäften bot die Generalversammlung eine wichtige Plattform für Austausch und Vernetzung zwischen Wirtschaft, Politik und Gemeinden. Die ProWiBa blickt gestärkt auf das kommende Vereinsjahr und will sich weiterhin aktiv in die verkehrspolitische Diskussion einbringen. Im Zentrum steht dabei die klare Priorität, die Direktverbindung Winterthur–Basel entlang des Hochrheins voranzubringen und damit einen nachhaltigen Beitrag zur regionalen Entwicklung und zur Lebensqualität zu leisten.