Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Klarer Himmel
20.5 °C Luftfeuchtigkeit: 49%

Sonntag
5.6 °C | 20.8 °C

Montag
7.4 °C | 21.9 °C

Grosses Buffet: Das «Alimondi»-Programm für nächstes Jahr noch deutlich ausgebaut, wie Markus Liebi (im Bild beim Brotschneiden) verriet. Foto: Sonja Fasler

Party in der Küche: Im «Alimondi»-Kochstudio von Liebi & Schmid in Frick wird Kochen und Backen zum Erlebnis

Eventkochen liegt im Trend. Als die Firma Liebi & Schmid AG an ihrem Sitz an der Hauptstrasse 94 in Frick 2019 ein Kochstudio eröffnete, bewies sie ein gutes Händchen und Weitsicht, denn die Kurse und Koch- oder Back-Events im «Alimondi» erfreuen sich grosser Beliebtheit. Auch der letzte grosse Anlass dieses Jahr, das «Chuchi-Zmorge» am vergangenen Sonntag mit «Stargast» Markus Kunz, war ein Erlebnis, das die Teilnehmer nicht nur kulinarisch begeisterte.

SONJA FASLER HÜBNER

Zöpfe, Brote, Butter, Konfitüre, Birchermüesli, Rösti, Eier, Schinken, Elsässer Gugelhopf, Dampfnudeln, Waffeln und noch mehr leckere Sachen waren auf den Kochinseln im «Alimondi»-Kochstudio bereits wunderbar arrangiert, als die Gäste eintrafen. Begrüsst wurden sie von Vera Liebi und ihrem Sohn Markus, beide Teil der Geschäftsleitung, sowie Kochstudio-Leiterin Cristina Küsterling. Und weil ein «Chuchi-Zmorge» nicht «nur» ein gewöhnliches Morgenessen ist, lud Cristina Küsterling die Teilnehmer nach einer ersten Runde Schlemmen zum Teig-Tierli-Formen, was nicht nur bei den Kindern bestens ankam. Mit glühenden Wangen wurde geformt, geschnitten und verziert, was das Zeug hielt. Die Kreationen, längst nicht nur in Tier- sondern im Hinblick auf Weihnachten vor allem in Stern- oder Grittibänzform, wurden hernach in den Backofen geschoben und danach von ihren Erschaffern mit nach Hause genommen.

Markus Kunz (mit Ehefrau Madeleine) weihte die Anwesenden in die hohe Kunst der Konfitüren-Zubereitung ein. Foto: Sonja FaslerDie hohe Kunst der Konfitüren-Zubereitung
Zudem konnte das «Alimondi» diesmal mit einem «Stargast» aufwarten. Markus Kunz aus Frick hat sich nach dem Verkauf seiner Bäckerei Ende 2019 mit seiner Konfi-Manufaktur, erst in Frick, dann an der Hauptstrasse in Herznach ansässig, einen Namen gemacht. Das Herstellen von Konfitüre ist seine Leidenschaft, wie unschwer zu erkennen war, als er sich von den «Chuchi-Zmorge»-Gästen beim Herstellen von drei delikaten Sorten über die Schulter blicken liess. Inspiration für seine Kreationen habe er sich seinerzeit in Frankreich geholt, erzählte Kunz, denn in der Schweiz habe man die Konfitüren-Produktion lange Zeit der Industrie überlassen. Er habe mit einfachen Sorten wie etwa Erdbeeren/Rhabarber begonnen, erzählte er, und danach einfach immer weiterexperimentiert. «In Spitzenzeiten hatte ich 400 Sorten im Programm», verriet er, bis seine Frau Madeleine, die ihn tatkräftig unterstützt und ihm auch am Sonntag helfend zur Seite stand, davon überzeugen konnte, das Sortiment zu reduzieren. Immerhin machen die rund 40 populärsten Sorten etwa 80 Prozent des Umsatzes aus. Allzu exotische Mischungen sind weniger gefragt. Zweiflern, ob eine Konfitüren-Manufaktur überhaupt ankäme, hat er längst das Gegenteil bewiesen, gehören doch renommierte Confiserien und Hotels in der ganzen Schweiz zu seinen Stammkunden.

Saisonal und reif müssen die Zutaten sein
Markus Kunz, der vor drei Jahren ein Konfitüren-Buch herausgegeben hat, das bereits in zweiter Auflage gedruckt wurde, verriet den Anwesenden einige seiner Tricks. So verwende er nur saisonale Produkte, die reif und entsprechend aromatisch sind. Zusammenpasse, was in etwa auch zusammen reif sei, so würde er Erdbeere zum Beispiel nie mit Quitte «paaren». Die Früchtemischung setzt er bereit am Vortag mit zehn Prozent des Zuckers an, um sie dann am nächsten Tag mit dem restlichen Zucker zu kochen. Orangen- und Zitronensaft helfen zusätzlich beim Gelieren. Zur Bestimmung des Zuckergehalts dient ihm ein Refraktometer. Die Konsistenz der Konfi sei jeweils eine Gratwanderung, sie solle nicht zu flüssig sein, dass sie vom Brot tropfe, aber auch nicht zu fest. Bei einem Routinier wie Markus Kunz wird das wohl kaum mehr ein Problem sein, hat er doch allein im vergangenen Jahr 170 000 Gläser Konfitüre produziert. Während er in der Herstellung weitgehend alleine tätig ist, werde er beim Abfüllen, Etikettieren, im Vertrieb und in der Buchhaltung tatkräftig unterstützt, in erster Linie von seiner Frau, «aber wenn wieder einmal eine Grosslieferung an Früchten hereinkommt, packt die ganze Verwandtschaft mit an». Am Sonntag kamen die Anwesenden in den Genuss von Weihnachtskonfitüre, einer Mischung aus Quitte, Orange und Zimt, dem «Frauentraum», seiner wohl beliebtesten Konfi, die aus Himbeeren, Johannisbeeren, Litschi und Rosenblütenwasser besteht, und von «Kirschen Langstieler», einer alten, sehr süssen Hochstamm-Kirschensorte, die nur wenig Zuckerzusatz braucht. Natürlich durfte davon je ein «Müsterli» mit nach Hause genommen werden.


Locker aus dem Handgelenk: Cristina Küsterling bereitet die Rösti zu. Foto: Sonja FaslerMehr Kurse und Events im Programm 2024
Während bereits zwischen Kaffeemaschine und Waffeleisen angeregte Unterhaltungen entstanden waren, sorgte der Konfi-Kurs zusätzlich für Gesprächsstoff unter den Gästen. Die Koch- und Backevents kommen ausgesprochen gut an, wie die Geschäftsleitung von Liebi & Schmid festgestellt hat. «Darum bauen wir den Eventbereich für nächstes Jahr noch weiter aus», verriet Markus Liebi, der am 1. Juli in die Firma und die Geschäftsleitung eingetreten ist. Der studierte IT-Spezialist ist vor allem im administrativen Bereich der Firma Liebi & Schmid AG tätig. Je nach dem, wie viele Anmeldungen hereinkommen, werden er, sein Bruder Andreas und seine Mutter aber auch bei den Alimondi-Events mithelfen. Das Programm 2024 steht bereits und wird diese Woche online auf der Homepage aufgeschaltet. Die einzelnen Anlässe sind dort direkt buchbar. Neu im Programm sind nebst bewährten Brotback-, Steamer- oder Pasta-Kursen beispielsweise «1001 Nacht – marokkanisch kochen», «Mocchi»-, Bubble-Tea- oder Knigge-Kurs sowie ein «Krimi-Dinner». Solche Themen-Events sind laut Markus Liebi sehr gefragt. Das «Chuchi-Zmorge» ist allerdings nicht mehr fest im Programm enthalten, kann aber für Gruppen gebucht werden. «Man muss auch wieder mal etwas Neues ausprobieren», doppelt Cristina Küsterling nach, denn «Stillstand ist Rückschritt.»

Beim Formen des Zopfteigs waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Foto: Sonja Fasler Zu viele Köche verderben den Brei nicht
Während viele der Anlässe für Einzelpersonen buchbar sind, können Familien, Vereine oder Firmen auch ein Event im Kochstudio exklusiv für sich buchen. Anstelle eines «normalen» Essens, wo alle immer am selben Ort sitzen, sind die Leute in Bewegung, können kreativ sein und sich dabei unterhalten. Beim gemeinsamen Schnippeln, Kneten oder Braten kommt man ins Gespräch und lernt sich ganz neu kennen. Gerade für Firmen kann ein solcher Anlass interessant sein, schweisst er doch Teams zusammen, ohne dass Hierarchien eine Rolle spielen müssen. Hier trifft das Sprichwort «Zu viele Köche verderben den Brei» definitiv nicht zu. Beim Formen des Zopfteigs waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Foto: Sonja Fasler
Zusätzlich wird das Gemeinschaftsgefühl beim anschliessenden Essen, und wenn man das gemeinsame Kocherlebnis nochmals Revue passieren lässt, noch verstärkt.
Die «Alimondi»-Kochstudio-Leiterin Cristina Küsterling ist Profi genug, um ein Event individuell auf ihre Klientel anzupassen und für jede Gruppe das passende Koch- oder Backerlebnis zu finden.
Das neue «Alimondi»-Programm ist ab Anfang Dezember zu finden auf www.alimondi.ch

Bilder:
1. Grosses Buffet: Das «Alimondi»-Programm für nächstes Jahr noch deutlich ausgebaut, wie Markus Liebi (im Bild beim Brotschneiden) verriet.
2. Markus Kunz (mit Ehefrau Madeleine) weihte die Anwesenden in die hohe Kunst der Konfitüren-Zubereitung ein. 
3. Locker aus dem Handgelenk: Cristina Küsterling bereitet die Rösti zu.
4. Beim Formen des Zopfteigs waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Fotos: Sonja Fasler